Orientierungswoche

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Townships Kapstadt: Leben auf engstem Raum – Mein Besuch im Township

TAG 8 – In den Townships von Kapstadt

Genauso wie an den letzten beiden Tagen wurden wir wieder pünktlich vor unserem Hostel abgeholt. Wir haben zwei verschiedene Townships in Kapstadt besucht. Das erste hieß Langa und lag vielleicht eine gute halbe bis dreiviertel Stunde von der City entfernt. Es war recht überschaubar und auch etwas moderner als das andere, das wir später noch besuchen sollten. Neben den Slums gab es dort auch schon wesentlich stabilere Häuser aus Stein, die Wind und Wetter Stand halten sollten – ich nenne sie mal die “Upper Class”.

Zunächst waren wir in einer Manufaktur, welche den Namen Guga Sthebe trug. Dort wird u. a. das ganze schöne Geschirr hergestellt und bemalt, welches wir überall auf den Märkten oder in den Craft Markets sehen können – natürlich nicht für ganz Kapstadt, sondern nur für deren Umkreis. Danach hat man uns erklärt wie Sandbilder hergestellt werden. Der Sand, der dafür benutzt wird, ist ganz normaler Sand vom Strand und wird einfach nur in der gewünschten Farbe eingefärbt. Dann wird das Motiv auf die Leinwand oder Papier gemalt. Anschließend wird der gefärbte Sand mit Flüssigkleber auf die dementsprechende Stelle getupft.

Township in Kapstadt

Townships Kapstadt: Drei Quadratmeter für drei Familien

Danach ging es weiter mit der Tour durch einige mehr oder weniger moderne Wohnungen in den Towships Kapstadts. Die erste Wohnung war ein ehemaliges Hostel, wo nun die einzelnen Zimmer vermietet werden. Ein Zimmer war grob geschätzt drei Quadratmeter groß, mit drei Betten einer wirklich kleinen Kochstelle und zwei an der Wand angebrachten Regalen für Gepäck – die Menschen leben dort nur aus dem Koffer. Und das Schlimmste war einfach, dass in diesem Zimmer (wir würden es eher Kammer nennen) drei Familien leben. Wie können diese Menschen auf so engstem Raum leben? Ich meine: Tagsüber sind die Männer arbeiten, die Frauen vielleicht auch, und die Oma passt auf ihre Enkelkinder auf. Aber wie um Himmelswillen schlafen sie dort? Manche Familienmitglieder richten ihren Schlafplatz auf dem Tisch, der Bank oder auf dem eiskalten Steinboden im Eingangszimmer ein, wo eigentlich gegessen wird.

Worüber ich jedoch wieder erstaunt war, dass es in diesem Zimmer einen kleinen Farbfernseher gab. Ich muss jedoch sagen, dass es unglaublich sauber und warm war, vielleicht sogar besser als in jeder anderen Wohnung in Deutschland. Ein Zimmer kostet gerade mal 50 Rand im Monat pro Familie – umgerechnet sind das weniger als vier Euro. Die frisch gewaschene Wäsche wird auf eine meterlange gemeinschaftliche Wäscheleine im Innenhof gehangen.

Weiter durch das Township in Kapstadt, ging es in ein noch viel moderneres Gebäude – Flats genannt. Dort gab es immerhin ein Schlafzimmer mit ordentlichen Betten, ein Wohnzimmer/Küche mit Flachbildschirm-Fernseher von Samsung und Black-Berry-Handys. Das Badezimmer hatte neben der Toilette, Waschbecken und Mini-Badewanne sogar eine Waschmaschine.

Langa Township

Township in Südafrika: Ruf und Wirklichkeit

Zuletzt sind wir noch in den Local Pub in Langa gegangen. Eigentlich war es nur eine Blechhütte, wie fast jede andere auch in den Townships von Kapstadt. Drin gab es drei Holzbänke, eine kleine “Küche” in der hintersten Ecke und eine Feuerstelle in der Mitte. Hier haben wir das berühmte, von einer älteren Frau auch „Queen“ genannte, selbstgebraute Umqombothi (Zulu = Bier) probiert. Getrunken wird es aus einem Fünf-Liter-Eimer, der nacheinander rumgereicht wird. Nicht jedermanns Geschmack – jedenfalls nicht meiner.

Beim Verlassen des Townships sind wir am Markplatz vorbeigefahren, wo die Frauen frisch geschlachtetes Lamm verarbeiten, das auf einem selbstgebastelten Grill zubereitet wird. Jetzt mal von den hygienischen Umständen abgesehen, war es einfach nur eine Erfahrung, die ich nicht bereue und auf jeden Fall weitergeben möchte. Es war zum Fingerablecken!

Südafrikas kleinstes Hotel

Das kleinste Hotel Südafrikas

Im nächsten Township von Kapstadt – Khayelitsha – waren wir nur ganz kurz gewesen. Wir haben uns dort das kleinste Hotel Afrikas angeschaut. Ursprünglich war es eine Ein-Zimmer Blechhütte, auf die noch eine weitere gebaut wurde. Heute ist das Hotel mit Holz ausgebessert, es hat zur WM 2010 jede Menge britische Touristen angelockt und landete damit sogar in einer lokalen Zeitung.

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